Der Künstler KOGAONE trifft Senioren und Schüler aus Metz

Im Rahmen des GRACE-Projekts Interreg hat die Stadt Metz zwei Veranstaltungen rund um den aus Metz stammenden Künstler KOGAONE organisiert, der gerade dabei war, ein Wandbild an der Gaston-Hoffmann-Schule in Metz zu gestalten. Am Freitag, dem 15. Mai 2026, hatten sechs Bewohner der Seniorenresidenz „Résidence autonomie Haute-Seille“ die Gelegenheit, sich mit dem Künstler und seiner Kuratorin auszutauschen. Drei Tage später, am Montag, dem 18. Mai 2026, haben die Schüler:innen der Gaston-Hoffmann-Schule ebenfalls Gelegenheit, ihn kennenzulernen – bei Workshops, die auf dem Schulhof direkt vor dem Wandbild stattfinden.

KOGAONE, de son vrai nom Matthieu Antignac, est un artiste-peintre multi-supports et multi-techniques originaire de KOGAONE, mit bürgerlichem Namen Matthieu Antignac, ist ein Künstler aus Metz, der mit verschiedenen Materialien und Techniken arbeitet. Er hat einen Fachhochschulabschluss in Grafikdesign, ist in Sachen Malerei Autodidakt und hat erst spät, im Alter von 20 Jahren, mit Graffiti angefangen. Seine unverkennbaren Kunstwerke spielen mit Kontrasten in Form, Farbe und Material und loten die Grenze zwischen Fotorealismus und Abstraktion aus, wobei er immer wiederkehrende Themen aufgreift: Menschen- und Tierfiguren sowie Blumen. Von Nancy über Waterford (Irland) oder Paris bis nach Hongkong – seine Wandgemälde zieren die Mauern zahlreicher Städte auf der ganzen Welt. Derzeit arbeitet er in Metz an den Wänden der Gaston-Hoffmann-Schule an einem neuen Wandbild im Rahmen des Programms „Art urbain“ des internationalen Festivals Constellations de Metz (10. Ausgabe, vom 25. Juni bis 5. September 2026), kuratiert von Myriama Idir.

15. Mai 2026 – Das Treffen mit den Bewohnern der Seniorenresidenz Haute-Seille

Vor einem aufmerksamen und neugierigen Publikum hat KOGAONE den gesamten Entstehungsprozess nachgezeichnet, von den ersten Skizzen bis zur fertigen Wandmalerei. Er ging insbesondere auf die Vorbereitungsarbeit ein, die er im Vorfeld gemeinsam mit Myriama Idir geleistet hatte: die ersten Gespräche über das Projekt, die Besichtigungen vor Ort, den Austausch mit dem Architecte des Bâtiments de France und die Diskussionen über die Entwürfe, um eine Wand zu finden, die zu ihrem künstlerischen Universum passt.

Myriama Idir berichtete über ihre Rolle als künstlerische Kuratorin: die Auswahl der Künstler, die Suche nach Wänden, die zu den jeweiligen Themen passen, sowie die Vermittlung zwischen Künstlern, Institutionen und technischen Vorgaben, um Werke zu schaffen, die wirklich im Einklang mit ihrer Umgebung stehen.

Der Austausch war besonders lebhaft. Die Teilnehmenden stellten viele Fragen, was von einer großen Neugier auf diese Kunstwelt zeugte. Besonders die Herkunft des Namens KOGAONE machte neugierig: Der Künstler erklärte, er habe erfahren, dass „KOGA“ eine chinesische Fahrradmarke sei, an die er im Sinne der Street-Art-Kultur „ONE“ angehängt habe. Auch die Frage der Technik wurde angesprochen, mit einer Vorstellung der Doodle-Grid-Methode: Anstatt ein präzises Raster aus regelmäßigen Quadraten zu zeichnen, entwirft der Künstler eine Reihe freier und zufälliger Formen, die als Orientierungspunkte dienen, um das Bild großflächig zu reproduzieren – ein flexiblerer und zugänglicherer Ansatz als die traditionelle Methode. Die Teilnehmenden fragten den Künstler auch, wie lange die Fertigstellung eines Wandgemäldes dauert, welche wetterbedingten Einschränkungen es gibt, wie sein Werdegang aussieht und welche Projekte er international, insbesondere in Hongkong, realisiert hat.

18. Mai 2026 – Das Treffen mit den Schüler:innen der Gaston-Hoffmann-Schule

Drei Tage später hatten die Schülerinnen und Schüler Gelegenheit, den Künstler, der an ihren Wänden arbeitet, in ihrer eigenen Schule treffen. Zwischen 14 und 16 Uhr fanden vier Sitzungen statt, an denen insgesamt fast 120 Schüler:innen teilnahmen, vom letzten Kindergartenjahr bis zur 4. Klasse.

KOGAONE stellte ihnen seine Arbeit und seinen künstlerischen Ansatz vor und erklärte dabei insbesondere, wie die Entwürfe zunächst digital am Computer erstellt werden – das Gesicht des Wandgemäldes wurde sogar mithilfe künstlicher Intelligenz generiert – bevor sie ausschließlich mit Pinseln und Acrylfarbe auf die Wand übertragen werden.

Die Kinder haben ganz spontan gefragt: Woher kommt die Inspiration für das Gesicht? Seit wann malt er schon? Hat er überall auf der Welt gemalt? – Und ja, von Waterford über Paris und Nancy bis nach Hongkong – KOGAONE konnte diese Frage mit Ja beantworten. Wie schafft er es, dass die Haare so echt aussehen? – mit einem kleineren Pinsel, so der Künstler. Andere haben seine mit Farbe bespritzte Kleidung bemerkt und ihn gefragt, ob er jeden Tag malt und ob es bei ihm zu Hause nach Farbe riecht. Und am Ende der Workshops haben ihn sogar mehrere Schüler:innen um ein Autogramm gebeten – vielleicht das deutlichste Zeichen für eine gelungene Begegnung.

Ungeachtet ihrer unterschiedlichen Generationen und Lebenswege waren sich Senioren und Schüler in ihrer Begeisterung für KOGAONES Arbeit einig: Die Qualität und Feinheit seiner Zeichnungen, die für die Wandmalerei typische Schnelligkeit der Ausführung und die meisterhafte Beherrschung der eingesetzten Techniken lösten bei beiden Gruppen aufrichtige und einhellige Bewunderung aus.

Vielen Dank an das Centre Communal d’Action Sociale (CCAS) der Stadt Metz und an das Team der Seniorenresidenz Haute-Seille sowie an die Bewohner, die bei dem Treffen dabei waren. Vielen Dank an die Schulleiterin und die Lehrkräfte der Gaston-Hoffmann-Schule für die Organisation der Workshops. Zum Schluss noch ein riesiges Dankeschön an KOGAONE und alle technischen Teams, die zur Umsetzung des Wandgemäldes beigetragen haben.

Dieses Projekt wird durch das Kooperationsprogramm Interreg 2021-2027 im Rahmen des GRACE-Projekts finanziell gefördert, das darauf abzielt, die künstlerische Bildung für alle Bürger:innen der Großregion zugänglich zu machen.